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Erklärung des Regierungskabinetts
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12.4.05: Kabinett beschließt Gesetzesvorlage zur Abstimmung im Landtag!

Erklärung des Regierungskabinetts

Hohlmeier ist sich mal wieder ganz, ganz, sicher: Büchergeld ist vollkommen sozial...

Aus der Erklärung des Regierungskabinetts am 12.04.05:

(Quelle: Offizielle Regierungswebsite www.bayern.de)

Unsere Antworten auf die Schönfärberei

(T.A., 12.04.05)
  • Das Aktionsbündnis für kostenlose Bildung verurteilt den Gesetzesvorschlag zum Büchergeld als absolut unsozial
  • Auch 20 oder 40 Euro können stark zu Buche schlagen
  • Lernmittelfreiheit heißt, dass Bücher kostenlos zur Verfügung gestellt werden
  • Nicht-Belastung einkommensschwacher und kinderreicher Familien ist keine Entlastung
  • Wer ernsthaft auf bessere Lernmittel abzielt, der streicht keine Subventionen!

Zu Absatz 1

Wenn es ernsthaft das Anliegen der Regierung wäre, den Schulen mehr Geld für Lernmittel zur Verfügung zu stellen, so würde sie nicht die Eltern zur Kasse bitten und im Gegenzug die bisherigen Zuschüsse kürzen, sondern das Büchergeld zusätzlich zu den bisherigen Zuschüssen verlangen oder die Zuschüsse erhöhen.

Lernmittelfreiheit heißt, dass Lernmittel kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, deshalb stellt eine "Büchermiete" in Form eines Büchergeldes bereits die Abschaffung der Lernmittelfreiheit unter einem anderen Namen dar.
Wenn Frau Hohlmeier also von einem "solidarischen Miteinander" spricht, meint sie schlichtweg nur, dass sich die Eltern ein weiteres Mal zur Verfügung stellen sollen, um bayerische Haushaltslöcher zu stopfen.

Zu Absatz 2

Wir hoffen, dass dies nicht nur übliche leere Phrasendrescherei, sondern ernstgemeint ist. So oder so werden wir eifrig unsere Meinung mitteilen!

Unsere Forderung: Stoppt das Büchergeld!

Zu 1.

Was heute noch 20 oder 40 Euro sind, können bald schon mehr als das Doppelte sein! Die Bayerische Staatsregierung nutzt sozusagen Dumping, um das Büchergeld als günstige Alternative zum Bücher selbst bezahlen verkaufen zu können.

Zu 2.

Realistisch betrachtet sieht es so aus, dass dem Büchergeld keine soziale Komponente abgewonnen werden kann, da die sowieso im Vergleich zu Kinderlosen sehr stark belasteten Eltern noch weitere Kosten tragen müssen und die Einkommensschwächsten auch nicht entlastet, sondern lediglich nicht belastet werden. Eltern, die bisher geschafft haben, sich so eben über der Armutsgrenze zu halten, werden durch ein Büchergeld weiter belastet und unter die Armutsgrenze gedrückt. So wird sich mancher Gymnasiast aus kostengründen nicht fähig sehen, weiter die Schule zu besuchen, sondern mit seinem automatisch erworbenen Quali oder Realschulabschluss in die Berufswelt eintreten, um Geld in die Familie zu bringen. Die Chancengleichheit wird damit noch weiter untergraben!

Zu 3.

Das Büchergeld bleibt nur zur Hälfte an den Schulen, denn im Gegenzug werden die bisherigen Zuschüsse des Staates gestrichen. Das Büchergeld wird also nicht vorrangig für bessere Schulausrüstungen, sondern für Haushaltslöcher verwendet! Ansonsten würde der Freistaat keine Subventionen kürzen!

Zu 4.

Die Kommunen werden so gut wie nicht entlastet! Ein Großteil der Einsparungen werden durch den erhöhten Verwaltungsaufwand wieder verschlungen. Dies mag man als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, oder wie wir, als Geldverschwendung auf Kosten der Eltern sehen.

Normalerweise ist Bayern stolz auf seine Überlegenheit gegenüber den anderen Bundesländern (siehe Pisastudie). Es ist uns unverständlich, wieso diese anderen Bundesländer dann als Maß aller Dinge und als nachahmenswert gesehen werden. Haben sie eine Erklärung, Frau Hohlmeier?

Büchergeld ist weder sozial gerecht, noch dient es vorrangig der Anschaffung neuer Schulbücher!
WEG DAMIT!